Kaninchen Klopfer hat eine Schwellung im Anogenitalbereich :

 

Patientenbesitzerin  war  plötzllich eine Schwellung am Hinterteil  aufgefallen.  Er frisst normal, setzt Harn ab und köttelt ganz normal. Klopfer hat im Sommer Freigang in einem Gehege im Garten.

Patient:  6 Jahre alt, männlich, kastriertes Siam-Kaninchen, beige-braun

Untersuchung :

 

 

Allgemeinbefinden munter, Schleimhäute rosa, Lnn obB; Mandibularbogen glatt; Herz und Lunge auskultatorisch obB, Bauch weich , Harnblase mittelgradig gefüllt, fluktuierend, nicht schmerzhaft , Temperatur normoterm. Im Anogenitalbereich eine deutliche Schwellung im Preputialbereich; Penis lässt sich nicht ausschachten, und die Öffnung der Harnröhre ist nicht gut dastellbar nach wegstreichen des Präputiums.

 

Weiterführende Untersuchungen :

 

Röntgen:

 

 

 

Das Röntgenbild ergibt:  ein deutlicher Harnröhren Stein

Den Stein haben wir gut operativ entwickeln können. Die Harnröhre wurde vernäht und nach 10 Tagen wurden die Fäden gezogen.

 

 

 

 

Harnröhre mit Katheter

 

 

Stein mit Urinprobe

Klopfer hat ein paar Tage Antibiose und Schmerzmittel bekommen. Er hat sich von dem Eingriff sehr gut erholt.

 

Harnsteine / Harnröhrensteine: Urolithiais

Kaninchen haben einen besonderen Kalziumstoffwechsel. Kalzium ist nicht bedarfsorientiert, sondern wird über dem Darm resorbiert, wenn zu viel vorhanden ist. Überschüssiges Kalzium wird über die Niere ausgeschieden. Da Kaninchenharn sehr basisch ist, fällt Kalzium aus und es kann kristallisieren. Fressen Kaninchen zu viel kalziumhaltiges Futter oder trinken sie weniger, dann erkranken sie eher an Harnblasensteinen oder Harnblasengrieß. Diese reizen die Harnblasen-schleimhaut  und führen zu einer Entzündung der Harnblase, wo sich Bakterien gerne sekundär ansiedeln. Rutscht das Konkrement in die Harnröhre ab kann es zu Harnabsatzbeschwerden kommen. Kleinere Steine in der Harnröhre  können größer werden, da sich Kristalle anlagern. Klopfer konnte trotz dieses massiven Steins erstaunlicherweise noch Harn absetzen. Liegen Kalzium-ablagerungen in der Niere,  kann es zu einer chronischen Niereninsuffizienz kommen.

Die Symptome beinhalten die einer Blasenentzündung: häufiges Absetzen von Urin, Anogenitalbereich ist feucht und urinverschmiert, Schmerzen beim Urinabsatz drücken auf Harn. Urin kann Trüb gelblich bis blutig erscheinen, je nach Steinansiedlungsregion, Größe und Menge der Steine. Sind Steine im Nierenbecken können auch kolikartige Schmerzen auftreten.

Die Diagnosestellung erfolgt über eine Röntgenaufnahme in zwei Ebenen:  seitlich und auf dem Rücken liegend. Da sie kalziumhaltig sind, stellen sie sich röntgenologisch sehr gut da.

Therapie:

Blasenentzündungen werden mit Antibiotikum, Schmerzmittel und Infusion behandelt. Je nach Lage des Steins, werden größere Exemplare mittels Operationen entfernt.

Prophylaxe :

Kalziumhaltiges Futter reduzieren! Vermeidung von u.a. Kohlrabiblätter, Kräuter, Broccoli, Luzernprodukte und Grünrollies. Futtermittel mit hohem Wassergehalt anbieten z.B. Schlangengurke, Tomate, Eisbergsalat. Gezielt Kalziumarmes Wasser anbieten.

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