Kira, eine 10 jährige weibliche, kastrierte Schäferhündin, wurde wegen einer Umfangsvermehrung an der linken Brustwand vorgestellt.

Die Schwellung bestand seit Mai diesen Jahres. Leider wurde die Schwellung innerhalb einiger Wochen mehr als doppelt so groß. Vorberichtlich hatte Kira im Januar 2010 einen Tumor am Ellenbogen rechts, dieser wurde erfolgreich operiert. Es gab keine Rezidive. Es ist bekannt, dass Kira ein Herzproblem hat. Sie erhält bisher keine Medikamente.

Untersuchung

Allgemeinbefinden munter, Schleimhäute blassrosa; KFZ prompt , Lnn mandibularis linksseitig ggr geschwollen; Puls / Herzfrequenz: 116 / Minute; Puls kräftig, abgesetzt, Herz eher auskultatorisch leise; Geräusch 2 / 6 links sternal; rechts nicht so deutlich auskultierbar; Umfangsvermeherung (UV) linke kraniale Brustwand, ca. Männerfaust groß, keine Schmerzhaftigkeit; nicht in die Tiefe abgrenzbar; verschieblich; Konsistenz derb; Bauch weich und nicht schmerzhaft; Lunge auskultatorisch obB. Lnn popliti obB; Temperatur: 38,4

Da die UV innerhalb einer kurze Zeit sehr groß geworden ist, ist eine Zytologische Untersuchung mit anschließender operativer Entfernung angeraten worden. Ein Röntgenbild sollte Hinweise auf eventuelle Metastasenbildung geben. Eine Herzabklärung mittels Ultraschall wurde angeraten, da eine längere Narkose zur Entfernung des Tumors notwendig ist und dementsprechend ein erhöhtes Narkoserisiko darstellt.

weiterführende Untersuchungen

Zytologische Untersuchung

Ein Teil der UV wurde ausrasiert, desinfiziert und punktiert, dabei aspiriert, in Hoffnung genügend Zellen zu gewinnen, die Hinweise auf Art des Gewebes schließen lassen, und somit Risiko und Prognose präoperativ zu erwägen.

Leider kam bei mehrmaliger Punktion und Aspiration nur Blut aus der UV. Somit war die Zytologie nicht sehr aufschlussreich. Eine weitere Zytologische Untersuchung war vom Besitzer nicht erwünscht, da dies Kira sehr unangenehm war.

Röntgen Untersuchung

Thorax: l/l und v/d: ergaben keine Hinweise auf Metastasen

Kardiologische Untersuchung

Kira besuchte eine Fachklinik für Kleintiere zur ausführlichen Untersuchung des Herzens per Ultraschall. Die Untersuchungen ergaben eine Subaortenstenose mit subvalväre fibröse Einengung (Grad I-II). Eine angeborene Problematik wird vermutet. Die Veränderungen sind vorerst nicht behandlungsbedürftig aber es ist anzuraten dies alle ein bis 2 Jahre zu kontrollieren.

Operation

Kira wurde nüchtern zur operativen Entfernung der UV vorgestellt. Gemeinsam mit Kiras Besitzer wurde ein Venenzugang gelegt. Die Narkose wurde direkt in die Vene verabreicht.

Der Tumor wurde umschnitten und entfernt. Da der Tumor so groß war, gab es nur wenig gesundes Gewebe für den Wundverschluss. Durch einen Entlastungschnitt nach dorsal (oben) war es möglich die Haut zu adaptieren. Mittig blieb leider eine Stelle ohne Haut.

 
 

Ein Hautlappen wurde freipräpariert und an dieser Stelle adaptiert, in Hoffnung, dass dieses Gewebstück durchblutet wird und heilt.

Der Wundbereich wurde mit einem Brustverband versehrt. Kira hat die Narkose gut überstanden und kam die folgenden Tage täglich zum Verbandswechsel.

Pathologisch / Histologische Untersuchung

Die UV stellte sich als bösartiger Bindegewebstumor heraus, der häufig bei großen Hunderassen auftritt, (Hämangioperizytom). Die Excisionsränder befanden sich in gesundem Gewebe.

Heilungsverlauf

auf nachfolgenden Fotos ist der Heilungsverlauf dokumentiert.


4 Tage nach OP


8 Tage nach OP - Hautlappen demarkiert


15 Tage nach OP - deutliche Granulationsgewebsbildung


28 Tage nach OP

Kira kann endlich ohne Verband nach Hause und darf bald wieder in ihrem geliebten Schnee rumtollen, falls es ohne Verband nicht zu kalt ist!

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